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KORRUPTION VERMEIDEN

Montag, 11.12.2017

NEUE BROSCHÜRE: MIT DIESEN 3 MASSNAHMEN KÖNNEN KMU KORRUPTION VERMEIDEN

Korruption gehört zu den anspruchsvollsten Herausforderungen vieler im Ausland tätiger Schweizer KMU. Aber was ist eigentlich Korruption? Und was können KMU konkret tun, um sie zu vermeiden? Aufschluss darüber gibt eine aktuelle Broschüre des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO.

Eine Zuwendung für die Beschleunigung eines Verfahrens zahlen, einen Geldbetrag zur Beeinflussung einer öffentlichen Auftragsvergabe fordern, eine als Geschäftsreise deklarierte Ferienreise annehmen, eine falsche Rechnung erstellen – All diesen Praktiken ist eines gemein: Wer darin verwickelt ist, handelt korrupt.

Korruption – Das ist der Missbrauch einer Macht- oder Vertrauensstellung, um damit einen ungerechtfertigten Vorteil zu erlangen. Korrupt handelt aber auch, wer einen ungerechtfertigten Vorteil leistet oder anbietet. Auf der ganzen Welt gibt es Korruption, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass. Schweizer Unternehmen, die im Ausland geschäften, sind deshalb einem Korruptionsrisiko ausgesetzt.

KMU besonders betroffen

Gemäss einer Studie der HTW Chur sind insbesondere KMU betroffen: Im Vergleich zu grossen Unternehmen stehen sie auf den internationalen Märkten tendenziell stärker unter Druck. Nicht selten hängt für KMU viel davon ab, ob eine bestimmte Ausschreibung gewonnen oder die Marktzulassung erteilt wird, oder ob ein Produkt rechtzeitig vermarktet werden kann. Gerade unter solchen Umständen können KMU in Situationen geraten, die rechtlich gesehen als Korruption gelten.

Damit es nicht so weit kommt, hat das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO in Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden und Organisationen eine Broschüre zur Problematik der Korruption im internationalen Geschäftsverkehr erarbeitet. Die Broschüre zeigt auf, was Unternehmen konkret tun können, um Korruption zu vermeiden. Im Vordergrund stehen die folgenden drei Massnahmen:

Massnahme 1: Sich informieren

Jede Korruptionsvermeidungsstrategie sollte mit der Beschaffung der richtigen Informationen beginnen. Unternehmen sollten sich kundig machen, worum es bei der Korruption geht, wo und in welchen Formen sie auftritt, welche Risiken bestehen und was dagegen unternommen werden kann. Dafür bietet die aktuelle Broschüre des SECO eine gute Grundlage.

Zudem sollten sich KMU ein Bild von den lokalen Verhältnissen im Zielmarkt und den dort für die Geschäftstätigkeit geltenden Regeln machen. Switzerland Global Enterprise steht KMU bei diesem Prozess mit gezielten Marktinformationen und länderspezifischen Exportberatungen zur Seite.

Massnahme 2: Geeignete Vorkehrungen treffen

Die Vermeidung von Korruptionsfällen fängt bei der höchsten Führungsebene eines Unternehmens an. Diese muss sich klar und deutlich gegen jegliches korruptes Verhalten und sich glaubwürdig für dieses Anliegen einsetzen. Erst wenn diese Grundvoraussetzung erfüllt ist, können wirksame Vorkehrungen auf operationeller Ebene getroffen werden.

Umfang und Form dieser Vorkehrungen hängen davon ab, wie gross ein Unternehmen ist, wie seine Struktur aussieht und in welchen Ländern und Branchen es tätig ist. Auf organisatorischer Ebene kann beispielsweise für transparentere Geschäftsabläufe gesorgt werden, indem Vorgänge schriftlich festgehalten und archiviert werden. Auch betriebliche Massnahmen, wie die Einführung eines Pflichtenhefts, die Etablierung des Vier-Augen-Prinzips oder die Aufnahme von Integritätsklauseln in die Arbeitsverträge, können das Korruptionsrisiko vermindern.

Auf der Personalebene ist es ratsam, besonders exponierte Mitarbeiter für die Problematik der Korruption zu sensibilisieren und zu schulen. Weiter empfiehlt sich die Einrichtung einer Anlaufstelle, bei der Mitarbeiter einen Korruptionsverdacht äussern können, ohne dadurch Nachteile zu befürchten.

Massnahme 3: Verhaltenskodex gegen Korruption erstellen

Ein Verhaltenskodex gegen Korruption hat verschiedene Vorteile: Indem sich ein Unternehmen verpflichtet sich integer zu verhalten, macht es deutlich, dass es sich gegen Korruption einsetzt. Das schafft Vertrauen bei Geschäftspartnern, Kunden und der Öffentlichkeit. Der Verhaltenskodex sensibilisiert auch die Mitarbeiter für die Problematik der Korruption und bietet ihnen gleichzeitig eine Anleitung dafür, wie man Korruption rechtzeitig erkennen und bekämpfen kann.

Wollen Sie mehr zum Thema Korruption im internationalen Geschäftsverkehr erfahren?

In der aktuellen Broschüre des SECO (untenstehend als PDF-Version) erfahren Sie noch detaillierter, mit welchen Instrumenten KMU korruptes Verhalten vermeiden und aktiv bekämpfen können. Auch können Sie sich mit den anwendbaren Bestimmungen des Schweizer Strafrechts vertraut machen und anhand von Fallbeispielen Ihr Verständnis der Problematik prüfen.

 

Broschüre Korruption vermeiden

Bild: Liechtenstein Marketing

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